Sachvortrag

 

Die Fa. Vereinigte Marmorwerke Kaldorf GmbH beantragt eine wesentliche Änderung der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung zur Rekultivierung des Steinbruchs auf den FlNrn. 698, 699, Gmkg. Titting, der eine Fläche von insgesamt ca. 2 ha aufweist. Mit Bescheid vom 31.01.2011 wurde vom Landratsamt Eichstätt die vollständige Verfüllung des Steinbruchs genehmigt. Nach Abschluss der Auffüllarbeiten mit Abraummaterial und nicht verwertbarem Gesteinsmaterial sollte Humus als Deckung bis zum ursprünglichen Geländeniveau aufgetragen und die dadurch gewonnene Fläche dann wieder landwirtschaftliche genutzt werden.

 

Derzeit ist der westliche Bereich sowie eine kleinere Fläche südöstlich wiederverfüllt. In der nördlich gelegenen Steinwand hat sich ein Uhu-Brutplatz etabliert, es sind mehrere erfolgreiche Bruten der vergangenen Jahre bekannt. Aus naturschutzfachlicher Sicht ist die vollständige Wiederverfüllung des Steinbruches nicht zu begrüßen, da so der Brutplatz zerstört würde. Zur Erhaltung der Steinwand sieht die Neuplanung nur eine stellenweise Verfüllung vor. Im westlichen Bereich der Fläche, der bis zur Flurgrenze verfüllt werden soll, ist die Anlage einer Streuobstwiese geplant. Streuobstwiesen zählen zu den artenreichsten Lebensräumen, die nicht nur für den Uhu ein geeignetes Jagdrevier, sondern auch für weitere Vogel- und Insektenarten sowie Kleinsäuger einen reizvollen Lebensraum bieten. Die übrigen Bereiche sollen als Halden aus Gesteinsschutt der natürlichen Sukzession überlassen werden, sodass im Laufe der Zeit mit der Etablierung trockener Initialvegetation mit Ruderal- und Magerrasenarten wie dem Apollofalter zu rechnen ist.

 

Der in der Altplanung vorgesehene Intensivacker (Code: A11) hat gemäß BayKompV eine geringe Wertigkeit von 2 Wertpunkten. Im Bereich der Streuobstbestände, die aufgrund ihrer Struktur- und Artenvielfalt als besonders wertgebend eingestuft werden (9 Wertpunkte), erhält die Fläche eine Aufwertung von 7 Wertpunkten. Weiterhin wird die Fläche durch die Schutthalde um 5 und durch die Steinwand um 9 Punkte aufgewertet. Im Bereich dieses Steinbruches entsteht durch die Neuplanung ein Wertpunkteüberschuss von rund 111.420 Punkten.

 

Nach Mitteilung des Antragstellers ist geplant die mit Bescheid des Landratsamtes Eichstätt vom 27.01.2009 für das Grundstück FlNr. 456/1, Gmkg. Kaldorf (Fläche 14.470 m²) festgesetzte Änderung der Rekultivierung, wonach die abgebaute Fläche nicht mehr wie im Bescheid vom 04.07.1996 festgelegt landwirtschaftlich, sondern nach naturschutzfachlich orientierten Zielvorstellungen gestaltet werden soll, wieder dahingehend zu ändern, dass eine Verfüllung mit Abraum und Aushub auf das ursprüngliche Geländeniveau mit anschließender landwirtschaftlichen Nutzung erfolgt.

 


Beschlussvorschlag

 

Für den Antrag auf Änderung der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung erteilt der Marktgemeinderat das gemeindliche Einvernehmen.

 

Beschluss

 

Der Marktgemeinderat stimmt dem Vorschlag zu.